Ich begann, von den Gegenständen aus über Oberflächen nachzudenken. Nach der Beschäftigung mit ihrer kulturellen Bedeutung fällt es schwer, einen Button noch als neutrale Fläche zu sehen: Er kann weich oder starr wirken, ein Übergang kann Kontinuität oder Bruch vermitteln, und eine Hierarchie kann zum Berühren oder zum Abstandhalten einladen.
Mein Interesse an dieser Frage stammt aus der materiellen Kultur. Alltagsgegenstände erzählen von Werten, Einschränkungen und Lebensweisen. Wird ein Produkt zur Oberfläche, verschwindet diese Fähigkeit nicht: Sie wechselt den Kanal.
Materie wird Verhalten
Auf einem Bildschirm hängt Textur nicht nur von Körnung oder Schatten ab. Sie hängt von der Reaktion des Systems ab: wie lange es braucht, was nachgibt, was bestehen bleibt und wie es die Absicht eines Menschen erkennt.
Diese haptisch-optische Dimension zu gestalten heißt, Form und Zeit aufeinander abzustimmen. Eine Animation ist nur sinnvoll, wenn sie einen Zusammenhang sichtbar macht, eine Handlung bestätigt oder ein mentales Modell aufbauen hilft.
Mehr als Erscheinung
Die Chance für HCI liegt darin, zu untersuchen, welche materiellen Eigenschaften sich in digitale Systeme übertragen lassen, ohne die physische Welt unbeholfen nachzuahmen. Wir brauchen keine Plastikbuttons, sondern Oberflächen, deren Verhalten verständlich und erinnerbar ist.
Diese Richtung möchte ich ausbauen: erforschen, wie wahrgenommene Materialität Vertrauen, Orientierung und Entscheidungen in komplexen digitalen Produkten beeinflusst.
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